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FAQ - Frequently Asked Questions zum Industrietechniker

Warum ist der Abschluss des Industrietechnikers mehr wert als eine Matura?
Der Abschluss zum Industrietechniker oder zur Industrietechnikerin beinhaltet drei wesentliche Bereiche. Die Lehrabschlussprüfung, die Meisterprüfung und die Matura. Somit handelt es sich um einen Abschluss, der berufliche und schulische Ausbildung vereint. Das ist eindeutig mehr als eine Matura alleine. Deshalb ist auch vom „Karrierekick im Dreierpack“ die Rede, wenn man über die Industrietechniker-Ausbildung spricht.

Kann ich als Industrietechnikerin oder –techniker auch auf die Fachhochschule oder Universität?
Ja, der Besuch einer FH oder Uni ist für Absolventinnen und Absolventen der Ausbildung möglich. Mit der umfassenden Ausbildung und der einschlägigen Berufserfahrung ist die Wahl des Studiums außerdem oft viel einfacher und treffsicherer. 

Wie lange dauert die Ausbildung zum Industrietechniker?
Die Basis der Ausbildung ist das Absolvieren einer technischen Lehre in der Industrie. Je nach Beruf dauert sie zwischen drei und vier Jahren.
Danach ist Zeit für Praxis und gegebenenfalls Präsenzdienst. Für die weiterführenden Module sind zwei (Industrietechnikerprüfung 1) bzw. eineinhalb Jahre (Industrietechnikerprüfung 2) einzuplanen. Insgesamt dauert die reine Ausbildung also siebeneinhalb Jahre – nur zweieinhalb mehr als eine reine HTL-Matura.

Wo ist der Unterschied zwischen Lehre und Industrietechniker-Ausbildung?
Die Lehre ist ein Teil und die Basis für die Ausbildung zum Industrietechniker. Zunächst absolvieren die TeilnehmerInnen eine technische Lehre in der Industrie. Den Besten macht das Unternehmen dann das Angebot, die beiden Prüfungen zum Industrietechniker / zur Industrietechnikerin zu machen. 

Können alle technischen Lehrberufe Basis für die Ausbildung zum Industrietechniker sein?
Es gibt nur wenige Lehrberufe, deren inhaltliche Schwerpunkte eine Ausbildung zum Industrietechniker bzw. zur Industrietechnikerin nicht möglich machen. Diese Frage kann aber nur von Fall zu Fall beantwortet werden. 

Wie viel verdiene ich als Industrietechniker?
Die Entlohnung während der Lehrzeit ist durch den Kollektivvertrag geregelt. Sie beträgt zum Beispiel in der Elektro- und Elektronikindustrie im 4. Jahr der Ausbildung 1.108,- pro Monat. Nach der Lehrzeit steigert sich die Bezahlung je nach Einsatzgebiet, Leistung und Verantwortung. Die Kollektivvertragslöhne sind dabei immer als Mindestmaß, also als Grenze nach unten, zu verstehen. Gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie eben Industrietechnikerinnen und –techniker, übernehmen in ihren Unternehmen Verantwortung und entwickeln sich zu Führungspersönlichkeiten. Das merkt man dann auch daran, dass sich der Lohn besser entwickelt, als im Kollektivvertrag festgeschrieben. 

Ist der Industrietechniker ein neuer Lehrberuf?
Nein, der Industrietechniker ist kein neuer Lehrberuf. Es ist eine Karrieremöglichkeit für alle, die eine tolle Laufbahn außerhalb der Schule machen wollen. Technische Lehrberufe sind ein Teil der Ausbildung. 

Wie geht es nach der Ausbildung zum Industrietechniker weiter?
Wer die Ausbildung zum Industrietechniker oder zur Industrietechnikerin abgeschlossen hat, kann im Unternehmen mit interessanten Aufgaben rechnen. Das Unternehmen hat Geld und Zeit in die Ausbildung investiert und ist dann bemüht, Industrietechnikerinnen und – technikern auch entsprechend herausfordernde Jobs im Unternehmen zu geben. Die Industrietechniker-Betriebe werden Absolventinnen und Absolventen der Ausbildung bei der Besetzung von offenen Führungspositionen im Unternehmen bevorzugt behandeln. Selbstverständlich sind auch Karrieren auf der Universität oder an der Fachhochschule möglich! 

Kann ich auch in kaufmännischen Berufsbildern (z.B. Industriekaufmann) die Ausbildung zum Industrietechniker machen?
Die Teilnahme an der Ausbildung zum Industrietechniker und zur Industrietechnikerin ist an technische Lehrberufe gebunden. Aufgrund der mangelnden technischen Vorkenntnisse wäre diese Ausbildung auch für Absolventinnen und Absolventen kaufmännischer Lehrberufe wenig sinnvoll. 

Wie wirkt sich ein ggf. abzuleistender Präsenzdienst auf die Ausbildung aus?
Noch bevor die jungen Fachkräfte zum Bundesheer oder zum Zivildienst müssen, gibt es ein Karrieregespräch mit dem Vorgesetzten. In diesem Gespräch kommt es bereits zu einer klaren Vereinbarung zwischen dem Facharbeiter und dem Unternehmen. Nach dem Präsenzdienst kann dann die Weiterführung der Ausbildung beginnen. 

Kann ich auch aus einer AHS oder HTL in die Ausbildung zum Industrietechniker wechseln?
Ja, wer praxisnahe lernen will, sein eigenes Geld verdienen und Karriere in einem Unternehmen machen will, ist in dieser Ausbildung immer genau richtig. 

Welche Betriebe bieten die Ausbildung zum Industrietechniker an?
Folgende 18 Unternehmen bieten jungen Menschen die Ausbildung zum Industrietechniker und zur Industrietechnikerin an:

  1. Aichelin Ges.m.b.H.
  2. Benda-Lutz Werke
  3. Blaha Sitz- und Bürömöbel Industrie Ges.mb.H.
  4. Böhler Miller Messer ß Sägen GmbH
  5. Buntmetall Amstatten Polyofine Gmbh
  6. Dynea Austria GmbH
  7. Eybl International AG
  8. Fried v. Neumann GesmbH
  9. Georg Fischer Fittings GmbH
  10. Hirtenberger AG
  11. Huyck Austria GmbH
  12. KBA-Mödling GmbH
  13. Krems Chemie Chemical Services
  14. Moeller Gebäudeautomation GmbH
  15. NÖM AG
  16. Schäffler Austria GmbH
  17. Umdasch AG
  18. Welser Profile AG

Wer bezahlt die Ausbildung?
Die Ausbildung zum Industrietechniker oder zur Industrietechnikerin ist ein Angebot des Unternehmens an die besten Fachkräfte. Die Kosten der Ausbildung werden vom Unternehmen getragen. Dies wird in einem eigenen Ausbildungsvertrag auch schriftlich fixiert.

Was sind die Erfolgskriterien in der Ausbildung?
Während der Lehrzeit werden betrieblicher und schulischer Ausbildungserfolg dokumentiert und stellen gemeinsam mit der erfolgreich abgelegten Lehrabschlussprüfung die Grundlage für die Möglichkeit zur Fortführung der Ausbildung über die Lehrzeit hinaus dar. Ein „guter Erfolg“ (Notenschnitt 2,0 und besser) in der Berufsschule (zumindest in der 3. und 4. Klasse) und eine „mit gutem Erfolg“ abgelegte Lehrabschlussprüfung definieren hier die zu erbringende Leistung.
Der betriebliche Erfolg wird anhand von betriebsintern definierten und objektiven Kriterien gemessen. 

In welchem Bezug steht die Ausbildung zum Industrietechniker zur Berufsreifeprüfung und zur Werkmeisterschule?
Die Industrietechnikerprüfung besteht aus zwei Teilen: der „Industrietechnikerprüfung praktischer Teil“, die der Abschlussprüfung der Werkmeisterschule entspricht, und der „Industrietechnikerprüfung allgemeiner Teil“, wobei diese der Berufsreifeprüfung entspricht. Das Ausbildungskonzept des Industrietechnikers fasst somit zwei bestehende Ausbildungsmodule zusammen und bietet sie durchgehend strukturiert an.

Können Teile der „Industrietechnikerprüfung allgemeiner Teil“  schon während der Lehre gemacht werden?
Die „Industrietechnikerprüfung allgemeiner Teil“ besteht aus den Teilbereichen Mathematik, Englisch und Deutsch. Die Praxis der Berufsreifeprüfung hat gezeigt, dass einer dieser Teilbereiche schon während der Lehrzeit erfolgreich abgelegt werden kann – aber keinesfalls muss.