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Girls' Day macht Mut zur Technik

(c) NLK / Burchart
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Am 27. April wird heuer zum mittlerweile 16. Mal in ganz Niederösterreich der Girls‘ Day abgehalten, an dem sich Mädchen über berufliche Zukunftsaussichten, vor allem im Bereich der technischen Berufe, informieren können. 

Eines der teilnehmenden Unternehmen ist die Firma List in Thomasberg (Bezirk Neunkirchen), wo Landesrätin Mag. Barbara Schwarz, Ing. Renate Scheichelbauer-Schuster von der Wirtschaftskammer, Landesgeschäftsführer-Stellvertreterin Mag. Marion Carmann vom AMS Niederösterreich, und Gerti Süss, M.A., Geschäftsführerin von der Jungen Industrie Niederösterreich bei einer Pressekonferenz über die Initiative informierten.

Beim Girls‘ Day sind heuer rund 1.800 Mädchen aus über 93 Schulen in 88 Unternehmen mit dabei. Ziel der Initiative Girls‘ Day ist es, junge Damen darauf aufmerksam zu machen, dass der Lehrberuf viele Chancen bietet. Es soll auch die Vielfalt der Lehrberufe aufgezeigt werden. „Wir bieten in Niederösterreich viele Lehrberufe an und 50 Prozent aller Mädchen ergreifen die Berufe Einzelhandelskauffrau, Handelsangestellte und Friseurin. Viele Mädchen haben aber auch eine große technische Begabung. Und auch die Verdienstmöglichkeiten in den technischen Berufen sind aussichtsreicher", hielt Landesrätn Barbara Schwarz fest. „Viele Firmen finden keine Lehrlinge, und es gibt in Niederösterreich trotz Arbeitslosigkeit einen Fachkräftemangel, besonders in den technischen Bereichen. Der erlernte Beruf wird uns ein Leben lang begleiten, er soll uns Freude machen und muss uns auch sozial absichern", betonte sie.

„Mädchen nutzen die Lehre an sich viel zu wenig. Denn nur rund 30 Prozent unserer Lehrlinge sind weiblich. Die Mädchen lassen damit Chancen für eine besondere zukunftsträchtige Ausbildung, eben die Lehre, liegen - und das ist ein großer Fehler", so Ing. Renate Scheichelbauer-Schuster von der Wirtschaftskammer, die auch betonte: „Entscheidend bei der Berufswahl ist, dass man sich etwas zutraut. Mädchen sind etwa in technischen Fragen mit Sicherheit nicht grundsätzlich weniger talentiert als Burschen."

„Viele Frauen und Mädchen haben Talent und Potenzial für handwerkliche und technische Ausbildungen und Berufe. Sie nehmen sie nur zu wenig wahr bzw. sind sie zu wenig über die Möglichkeiten informiert. Im Rahmen der Girls‘ Day-Initiative haben Mädchen Gelegenheit, spannende Berufe hautnah in niederösterreichischen Unternehmen kennenzulernen", betonte Mag. Marion Carmann vom AMS Niederösterreich.

Gerti Süss, M.A., Geschäftsführerin der Jungen Industrie Niederösterreich, sagte, acht von zehn Unternehmen hätten Probleme, gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus technischen Ausbildungen anzuwerben. „Zu den meist gesuchten Studienrichtungen in der Industrie zählen u. a. die Bereiche Maschinenbau und Elektrotechnik", meinte sie. Bereits im Kindergarten solle das technische Talent mehr gefördert werden, so Süss.

Trotz großer Bemühungen bestehen weiterhin geschlechterspezifische Unterschiede im Bildungsniveau oder in der Auswahl der Lehrberufe. Diese Ungleichverteilung hat auch signifikante Auswirkungen auf das Einkommen und die Existenzsicherung der jungen Generation. Der Girls‘ Day, der heuer am 27. April begangen wird, soll speziell Mädchen motivieren, technische, handwerkliche oder naturwissenschaftliche Berufe anzustreben. Bereits zum 16. Mal öffnen heuer Unternehmen in ganz Niederösterreich ihre Türen für interessierte Schulklassen, damit die Mädchen die Betriebe in ihrer Region besser kennen lernen können. Dieser direkte Kontakt mit den Unternehmen eröffnet den Teilnehmerinnen am Girls‘ Day die Möglichkeit, in verschiedenste technische Berufssparten hinein zu schnuppern.

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