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Robotik: Ist Japan nur 8 Stunden voraus?

Ferdinand Stempfer (li.) und Klaus Hitzenberger mit Roboter NEXTAGE von KAWADA Robotics; Fotocredit: Außenwirtschaft Austria
Ferdinand Stempfer (li.) und Klaus Hitzenberger mit Roboter NEXTAGE von KAWADA Robotics; Fotocredit: Außenwirtschaft Austria

Bei der Herstellung von intelligenten Maschinen ist Japan Nummer eins. Über 50 Prozent der weltweiten Nachfrage werden in Nippon hergestellt. Unternehmen aus Niederösterreich informierten sich mit den TIP NÖ vor Ort über Trends der Automatisierung und Robotik.

Seit 1999 ist Gerhard Gschwandtner als Technologie- und InnovationsPartner (TIP NÖ), einer Initaitive von WKNÖ und Land NÖ, für die Hollabrunner Firma SBI Produktion techn. Anlagen GmbH & Co KG der Ansprechpartner für die Durchführung und Förderungen bei Forschungsprojekten.

„Ich musste daher nicht lange überlegen, als mich Firmenchef Ferdinand Stempfer fragte, ob ich ihn bei der Zukunftsreise ‚Automatisierung und Robotik‘ der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA nach Japan begleite“, erinnert sich Gschwandtner – auch an seine ersten Gedanken: „Acht Stunden Zeitunterschied, ist uns Japan allein schon deswegen bei dieser Thematik voraus oder wird auch hier nur mit Wasser gekocht? Und welche Tipps kann ich für Niederösterreichs Betriebe mitnehmen, um sie bei Innovationen noch besser zu unterstützen?“ Gerhard Gschwandtner wurde nicht enttäuscht – zum Mitnehmen gab es Vieles. 

So erlebten die Firmen in Tokio im Headquarter der Firma SMC Corporation, die in Korneuburg mit der SMC Pneumatik GmbH eine Niederlassung in NÖ betreibt, wie Automatisierung gelebt und eingesetzt wird.

Viel Handarbeit trotz Einsatz von Robotern  „Die Denkansätze für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Automatisierung waren imposant. Was aber auffällig war: Dennoch wird in der Produktion viel in Handarbeit erledigt“, beschreibt Markus Brunnthaler, Chef der Miraplast KunststoffverarbeitungsGmbH in Würmla im Bezirk Tulln. Beeindruckend sei die straffe Organisation und klare Strukturierung der Abläufe.

In der japanischen Hauptstadt standen ein Besuch bei Kawada Robotics und bei Sony Computer Science Laboratories am Programm, bevor es für die 30-köpfige Delegation aus Österreich, in Richtung, Fujiyama ging. Am Fuße des höchsten Bergs Japans baut Fanuc Corporation mit 4.000 Robotern Monat für Monat über 7.000 Roboterkollegen.

Innovationsoptimierer aus Baden, Klaus Hitzenberger, zeigte sich erstaunt „wie wenig Berührungsängste die Japaner mit neuen Technologien haben“. Spannend sei auch zu sehen, dass Roboter immer wieder menschliche Ähnlichkeiten aufweisen müssen: „Ich freue mich, die Erkenntnisse und Inspirationen der Reise an meine Kunden weiterzugeben.“

Auch im Baumanagement ist es im Land der aufgehenden Sonne bereits üblich auf Automatisation zu setzen. Mit Drohnen wird das Gelände vermessen und der Baufortschritt täglich überwacht. Baufahrzeuge werden zwar von Menschen gesteuert, die Maschinen korrigieren aber, wenn der Fahrer falsche Handlungen setzen möchte oder übernehmen die Feinjustierung.

Doch nicht nur die Technologie stand im Mittelpunkt, wie SBI-Firmenchef Ferdinand Stempfer betont: „Der Austausch mit anderen Unternehmern über die Themen und das Potenzial hier zukünftig gemeinsame Projekte angehen zu können, ist unbezahlbar. Ein Danke an die Außenhandelsstelle für das spannende Netzwerktreffen und den Technologiebeauftragten Marcel Rasinger für die Organisation der Reise.“

Wissen aus erster Hand für die NÖ Unternehmen

Und ist Japan jetzt weiter als acht Stunden in der Digitalisierung voraus? Gerhard Gschwandtner, TIP NÖ, beruhigt: „Ja, wir können viel von Japan lernen. Doch mehr als acht Stunden sind es nicht! Ich kenne zahlreiche Firmen aus Niederösterreich, die sich nicht verstecken müssen. Jetzt geht es darum, dieses Wissen an jene Betriebe zu vermitteln, die ihre Chancen mit Hilfe der Digitalisierung noch nicht nutzen – das Team der TIP NÖ steht zur Seite.“

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11. February 2019

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