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„Soziales Umfeld, Kollegialität und Weiterentwicklungschancen“

Helmut Müller ist seit 2011 Werksleiter und Geschäftsführer bei der Huyck.Wangner Austria GmbH. Fotos: Huyck.Wangner Austria GmbH
Helmut Müller ist seit 2011 Werksleiter und Geschäftsführer bei der Huyck.Wangner Austria GmbH. Fotos: Huyck.Wangner Austria GmbH

Helmut Müller, Geschäftsführer von Huyck.Wangner in Gloggnitz, über die Aufstiegschancen nach der Lehrausbildung und warum er Lehrlinge „auf die Waltz“ schickt.

In welchen Situationen im Alltag haben wir mit Erzeugnissen von Huyck.Wangner zu tun, ohne es möglicherweise zu wissen?
Jedes zweite Blatt Papier, das in Österreich verwendet wird, wurde mit Filzen und Sieben von Huyck.Wangner hergestellt. Wir sind also ein Ausrüster für die Papier- und Faserzementindustrie, stellen aber auch Siebe für die Produktion von Vliesstoffen oder Filze für die Lederindustrie her.

Huyck.Wangner bietet Lehrausbildungen in mehreren Berufen an. Fällt es Ihnen schwer, ausreichend Lehrlinge zu finden?
Wir bilden in fünf Berufsfeldern aus: Bürokauffrau/-kaufmann, Elektrotechnik, Metalltechnik, Textiltechnik und Chemielabortechnik. Gute Lehrlinge zu finden ist nicht einfach, weil es immer geburtenschwächere Jahrgänge gibt. Außerdem gibt es so viele unterschiedliche Schulausbildungen, das bekommen wir auch zu spüren. Denen, die zu uns kommen bieten wir ein sehr soziales Arbeitsumfeld, Kollegialität und Weiterentwicklungsmöglichkeiten.

Am Standort in Gloggnitz sind rund 500 Mitarbeiter beschäftigt, darunter auch 21 Lehrlinge.

Bild: Am Standort in Gloggnitz sind rund 500 Mitarbeiter beschäftigt, darunter auch 21 Lehrlinge.

Welche Weiterentwicklungsmöglichkeiten hat man denn nach einer Lehrausbildung bei Huyck.Wangner?
Die Aufstiegschancen sind unbegrenzt. Unser aktueller Finanzcontroller hat als Bürokaufmann begonnen; und unser Qualitätsmanager ist ein ehemaliger Textiltechnik-Lehrling. Wir unterstützen jeden, der mit Wünsche zur Weiterbildung und Höherqualifizierung kommt. Und wir sind besonders stolz, dass 90 Prozent unserer Lehrlinge auch nach der Ausbildung bei uns bleiben.

Was muss ein junger Mensch mitbringen, um einen Ausbildungsplatz oder einen Job bei Huyck.Wangner zu bekommen?
Einen vernünftigen Pflichtschulabschluss. Beim Bewerbungsprozess gibt es auch einen kleinen Eignungstest und ein persönliches Gespräch. Optimal ist, wenn eine Bewerberin oder ein Bewerber vorher zum Schnuppern vorbeikommt. Wichtig sind auch noch Pünktlichkeit, Höflichkeit und eine Begabung für technische Berufe.

Gibt es auch die Möglichkeit zu Auslandspraktika während der Lehrzeit?
Wir beteiligen uns bei der Initiative „Let’s Waltz“ der Wirtschaftskammer Niederösterreich, bei der die Lehrlinge vier Wochen lang Erfahrung im Ausland sammeln können. Einer unserer Lehrlinge war in Tschechien, ein anderer in England. Wenn man im Ausland war, merkt man oft erst, wie gut es in uns in Österreich geht.

Noch immer entscheiden sich zu wenig Mädchen für eine technische Lehrausbildung. Wie sieht das bei Huyck.Wangner aus und welche Erfahrungen hat man dort mit weiblichen Lehrlingen?
Leider haben wir immer noch zu wenige Mädchen bei unseren technischen Lehrberufen. Mädchen gehen noch eher in weiterführende Schulen. Die weiblichen Lehrlinge, die wir bislang hatte, sind hingehen besonderes engagiert: Vor zwei Jahren hat ein Lehrmädchen von uns von der Wirtschaftskammer die Auszeichnung „Trainee oft he year“ erhalten. Sie hat die Doppellehre zur Textiltechnologin und zur Metalltechnikerin mit Auszeichnung abgeschlossen. 

Im Bild: Detailansicht einer Webmaschine im Werk von Huyck.Wangner Austria.

Wo können sich Jugendliche über die Ausbildungsmöglichkeiten bei Huyck.Wangner informieren?  
Wir versuchen, die Jugendlichen über regionale Medien zu erreichen, außerdem gibt es über das ganze Jahr hinweg Schnuppertage und ich gehe auch viel in die Schulen, um unser Ausbildungsangebot vorzustellen. Wir sind auch auf die Mundpropaganda in der Region angewiesen und deswegen reden wir viel mit den Eltern. Eine große Hilfe ist auch die Initiative „Lehre?Respekt!“ (www.lehre-respekt.at) von der Wirtschaftskammer Niederösterreich.

 

Über das Unternehmen:
Als Hersteller technischer Textilien mit rund 500 Beschäftigten (davon 21 Lehrlinge) ist Huyck.Wangner Austria GmbH eine international tätige Tochtergesellschaft des börsennotierten Konzerns Xerium mit Sitz in Gloggnitz. Xerium ist ein weltweit führender Hersteller und Zulieferer von hochtechnischen Verbrauchsgütern für die Produktion von Zellstoff-, Papier-, Karton- und Faservliesstoff-Produkten sowie Faserzement- Textilien und weitere Nischenprodukte für Spezialanwendungen. Weltweit hat Xerium insgesamt 28 Produktionsstandorte und 2.900 Angestellte in insgesamt 13 Ländern. Der Umsatz in Österreich betrug im Jahr 2017 über 70 Millionen Euro. Helmut Müller ist seit 2011 Werksleiter und Geschäftsführer und bereits seit fast 30 Jahren bei der Huyck.Wangner Austria GmbH tätig.

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