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Zulauf zu Industrie-Lehre in NÖ steigt!

WKNÖ-Spartenobmann Industrie Thomas Salzer, die Lehrlinge Dominik Hinterwallner und Daniel Grabner, sowie Georg Fischer Fittings Geschäftsführer Bernhard Dichtl. Fotocredit: Josef Bollwein
WKNÖ-Spartenobmann Industrie Thomas Salzer, die Lehrlinge Dominik Hinterwallner und Daniel Grabner, sowie Georg Fischer Fittings Geschäftsführer Bernhard Dichtl. Fotocredit: Josef Bollwein

Ein engagierter und gut qualifizierter Fachkräfte-Nachwuchs ist für Niederösterreichs Industrie der zentrale Schlüssel zum zukünftigen Erfolg. Entsprechend erfreulich ist der jüngste Anstieg bei den Lehrlingszahlen: Mit 2.433 Lehrlingen ist die Zahl der betrieblichen Lehrlinge in der NÖ Industrie von 2017 auf 2018 um 6,8 Prozent (2017: 2.278) und damit überproportional gestiegen (NÖ: +2,9%). Die Tendenz geht weiter nach oben, für heuer zeichnet sich ein klares Plus bei den Lehranfängern in der NÖ Industrie ab.

Ein engagierter und gut qualifizierter Fachkräfte-Nachwuchs ist für Niederösterreichs Industrie der zentrale Schlüssel zum zukünftigen Erfolg. Entsprechend erfreulich ist der jüngste Anstieg bei den Lehrlingszahlen: Mit 2.433 Lehrlingen ist die Zahl der betrieblichen Lehrlinge in der NÖ Industrie von 2017 auf 2018 um 6,8 Prozent (2017: 2.278) und damit überproportional gestiegen (NÖ: +2,9%). Die Tendenz geht weiter nach oben, für heuer zeichnet sich ein klares Plus bei den Lehranfängern in der NÖ Industrie ab. „Mit mehr als 10% Steigerung der Lehrlinge im ersten Lehrjahr zeigen die Industriebetriebe, dass die duale Ausbildung das wichtigste Standbein bei der Suche nach Fachkräften ist, auch wenn es immer weniger geeignete Kandidaten gibt“, betont Thomas Salzer, der Obmann der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ).

 Neues Verzeichnis mit 60 Lehrwerkstätten

Ein besonderes Asset der Lehrlingsausbildung in der NÖ Industrie, sind die zahlreichen Lehrwerkstätten, die nun in einem neuen und umfassenden Lehrwerkstättenverzeichnis zusammengefasst sind. „In nicht weniger als 60 Industrieunternehmen in Niederösterreich gibt es zusätzliche Einrichtungen für Lehrlinge“, so Salzer. „Das zeigt den besonderen Wert, den die Industrie auf die duale Ausbildung legt.“ Das betont auch Bernhard Dichtl, Geschäftsführer der Georg Fischer Fittings GmbH in Traisen (Bezirk Lilienfeld). „In Zeiten des Fachkräftemangels stellt die Rekrutierung und Bindung von ausgebildeten Fachkräften für viele Unternehmen eine Herausforderung dar. Ein wichtiger Schritt diesem Trend entgegenwirken zu können und sich als attraktiver Arbeitgeber, der seine soziale Verantwortung in der Region wahrnimmt, zu positionieren, ist die Ausbildung von JungfacharbeiterInnen direkt am Standort“, so Dichtl. „Die Lehrlinge werden bestens auf den von ihnen gewählten Beruf und eine vielversprechende Karriere im Unternehmen vorbereitet. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist dabei der Betrieb einer Lehrwerkstätte, die eine strukturierte und umfassende Grundausbildung in einem lernfördernden Umfeld ermöglicht, damit das Image der Lehrausbildung stärkt und maßgeblich zur Entwicklung der fachlichen und sozialen Kompetenzen der Auszubildenden beiträgt.“

Bernhard Dichtl und Thomas Salzer im Gespräch mit Lehrling Mervin Obra (Georg Fischer Fittings, Traisen)

Drei von zehn Unternehmen konnten nicht alle Lehrstellen besetzen

Eine Umfrage unter NÖ-Industrie-Ausbilderbetrieben offenbart allerdings auch Schwierigkeiten beim Besetzen von Lehrstellen:

  • Bereits die Hälfte der Ausbilderbetriebe unserer niederösterreichischen Industrie hatte Schwierigkeiten beim Besetzen der Lehrstellen.
  • Schwierigkeiten, die Auswirkungen zeigen: Denn drei von zehn Ausbilderbetrieben konnten nicht alle ihre offenen Lehrstellen besetzen.

Geht man bei diesem Befund in die Tiefe, kristallisieren sich rasch zwei Gründe dafür heraus, dass Lehrstellen offenbleiben:

  • Erstens: Zu wenige Bewerber, weil zu viele Jugendliche, die in der Industrie eine tolle Karriere machen könnten, sich auf schulische Wege konzentrieren. Immerhin 38 Prozent der Unternehmen sagen, dass die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber gegenüber den Vorjahren zurückgegangen ist. Mädchen sind in der Industrie, in technischen Berufen herzlich willkommen.
  • Zweitens: Immer wieder beklagen sich die Unternehmen auch darüber, dass die Jugendlichen von der Schule her einfach nicht die nötigen Qualifikationen mitbringen und etwa doch deutliche Schwächen bei den Grundrechnungsarten oder der Allgemeinbildung, aber auch beim klassischen Hausverstand aufweisen.

Bildungsniveau entspricht „nicht wirklich“

  • Auf die Frage, ob das Bildungsniveau der Bewerberinnen und Bewerber den Anforderungen des Unternehmens entspricht, antworten 25 Prozent mit einem klaren „Ja“, 11 Prozent mit einem klaren „Nein“ und 40% mit einem – leicht resigniert-skeptischen anmutenden – „nicht wirklich“. Der Rest will sich nicht festlegen.
  • Auch in Bezug auf unsere Schulen zeigt die Umfrage noch einige Herausforderungen: Zahlreiche Unternehmen geben an, dass es einen großen Unterschied ausmacht, von welcher Schule die Bewerberinnen und Bewerber kommen – und dass es Schulen gibt, wo man sehr deutlich merkt, wie intensiv und engagiert die Jugendlichen auf das Berufsleben vorbereitet werden. Aber, dass das eben nicht überall so wahrgenommen wird.

Salzer drängt auf umfassende Aus- und Weiterbildungsstrategie

„Die Unternehmen und die Wirtschaftskammer haben sich in den letzten Jahren mit zahlreichen Initiativen für die Lehre als hochqualifizierte Ausbildung eingesetzt“, so Salzer. Als Beispiele nennt er unter anderem den NAWI-Netzwerktag für LehrerInnen, den Masterlehrgang „Berufsorientierung“ an der Pädagogischen Hochschule oder die First Lego League. Es brauche aber auch eine klare Aus- und Weiterbildungsstrategie:

  • In der Schule, wo es insbesondere auch um die digitalen Kompetenzen in der LehrerInnenbildung geht. Dazu kommt auch der konkrete Ausbau von Kapazitäten von IT-Ausbildungen auf allen Ebenen. Und nicht zu vergessen die nötige Infrastruktur in den Schulen.
  • In der Lehrlingsausbildung geht es um die Implementierung der digitalen Kompetenzen in die verschiedenen Berufsbilder. In den Berufsschulen besteht jedenfalls bei den Lehrern auch ein Nachholbedarf.
  • Die Klein- und Mittelunternehmen müssen wir in der Planung der betrieblichen Weiterbildung unterstützen. Salzer: „Wir starten daher im Herbst 2019 wieder mit einem Lehrgang zum ‚diplomierten Industrieausbildner‘, um die Betriebe entsprechend zu unterstützen.“

Mehr Information und das Verzeichnis zum Download finden Sie unter:

https://news.wko.at/news/niederoesterreich/industrie-lehrstellen.html

 

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04. September 2019

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